Algen und Pilze an Fassaden

Fassaden | Algen | Pilze | Flechten

Algen und Pilze an Fassaden – eine Laune der Natur
Algen und Pilze – „es grünt so grün…“

Algen – Überlebenskünstler und Ärgernis

Algen und Pilze – wo und wann sie wachsen

Überall sind sie anzutreffen und sie sind die Überlebenskünstler par excellence: Algen, Pilze und Flechten.
Über 2,5 Milliarden Jahre alt, gehören sie zu den niedrigsten Lebewesen, die wir kennen. Eine Vielzahl von Erscheinungsformen zeichnet sie aus.

Notwendige Voraussetzungen für ihr Wachstum sind vor allem Feuchtigkeit, Kohlendioxid, Mineralstoffe und Licht.

Algen passen sich den unterschiedlichsten Lebensbedingungen an. So findet man Algen auf fast allen Oberflächen, auf denen sich Feuchtigkeit niederschlägt: auf Glas ebenso wie auf Holz, Metall und selbstverständlich auf Stein.

Algen, Flechten, Pilze – worin liegt der Unterschied?

Während sich Algen von einfachen anorganischen Verbindungen ernähren, benötigen Pilze organische Substanzen, z. B. Zellulose, Stärke etc., um am Leben bleiben zu können.

Flechten sind gewissermassen „Zwitterwesen“ aus Algen und Pilzen, die auch unter extremen Umweltbedingungen noch lebensfähig sind.

Ein Ärgernis stellen alle diese Lebensformen dann dar, wenn sie Ästhetik und Optik an Fassaden beeinträchtigen.

Wie man dem Problem „Algen und Pilze an der Fassade“ begegnen kann, ist Inhalt dieser Darstellung.

Klima und Umwelt – global und lokal gesehen

Fundamentale Veränderungen im weltweiten Klima – auch Fassaden sind betroffen. Die Winter werden milder, die Sommer wärmer, die Feuchtigkeit nimmt zu. Auch bei uns. In der Folge entstehen günstigere Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen – auch an der Fassade.

Auswirkungen des Umweltschutzes – Verringerung der Luftschadstoffe. Eine Untersuchung des Frauenhofer-Institutes ergab eine deutlich verminderte Belastung der Luft durch Schwefeldioxid – eine Folge der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken und der Reduzierung von Braunkohleverfeuerung; gleichzeitig nahm die Belastung durch Stickoxide infolge zunehmenden Schwerverkehrs zu – ebenfalls ein bewuchs fördernder Umstand.

Umdenken in der Landwirtschaft – reduzierter Einsatz von Pestiziden. Im Gegensatz zu früher setzen Landwirte heute bedeutend weniger Schädlingsbekämpfungsmittel ein und schaffen damit ebenfalls deutlich verbesserte Lebensbedingungen für Algen und Pilze.

Lage und Umgebung präsentieren das Bewuchs-risiko.

Entscheidend: das „Makroklima“. Befinden sich in unmittelbarer Umgebung eines Objektes Gewässer sowie Bäume und Sträucher, ist das Risiko eines Bewuchses logischerweise höher. Denn Bäume und Sträucher beschatten die Fassade, behindern so das Abtrocknen und begünstigen zusätzlich durch Sporeneintrag das Entstehen von Algenbewuchs.

Konstruktionsfehler und bauliche Mängel sind algenfreundlich

„Sünden“ am Bau – wie Algen sich als „Rächer“ erweisen. Nicht selten sind konstruktive und bauliche „Sünden“ die Ursache für feuchte – und damit „algenfreundliche“ – Fassaden. Dazu zählen: kein bzw. zu wenig Dachüberstand, das Spritzwasserproblem im Sockelbereich wird ignoriert, horizontale bzw. schwach geneigte Flächen (z. B. Gesimse und vorspringende Sockel) verfügen nicht über die notwendige Wasserabführung, Balkone und Loggien „entwässern“ direkt an die Fassade. Verblechungen mit zu geringem Überstand, defekte oder fehlerhafte Dachrinnen und Fallrohre, Anbauteile, die den Wasserablauf bündeln (Lampen, Briefkästen etc.), zählen ebenso zu den Risikofaktoren wie gewagte Architekturlösungen, die dem Problem der Mikroorganismen nicht Rechnung tragen.

Gesetz der Bauphysik – nicht ignorieren sondern studieren

Die „Tauwasserfalle“.strong> Es gibt eine ganze Reihe bauphysikalischer Faktoren, die sich unweigerlich auf den Feuchtehaushalt einer Fassade auswirken – und damit auch auf das Risiko des Algenbewuchses. So sind zum Beispiel wärmegedämmte Bauteile einem erhöhten Algenrisiko ausgesetzt. Da wenig Wärme nach aussen dringt, kühlt die äussere Fassadenoberfläche stärker ab – es bildet sich Tauwasser. Eine WDVS-Fassade an der Nordseite ist z. B. im Spätherbst deutlich kälter als eine ungedämmte Fassade. Dies führt zu einer erhöhten Feuchtigkeitsbelastung, sowohl in der Intensität als auch in der Dauer. So führen die unbestrittenen Vorteile der Energieeinsparung, bauphysikalisch bedingt, zwangsläufig zu dem überwiegend kosmetischen Problem der Algenbildung.

FAZIT:

Algen brauchen Feuchtigkeit. Alles, was Feuchtigkeit an der Fassade hält, begünstigt das Algenwachstum.strong>

Algen und Pilze an Fassaden – wie Sie das Risiko reduzieren können

Vorbeugen durch konstruktive Massnahmen

Denken Sie bereits in der Planungsphase daran, Detaillösungen anzustreben, die das Bewuchs-risiko von Algen und Pilzen reduzieren.

Dazu gehören:

  • genügend grosse Dachüberstände
  • Problemlösungen, die Feuchtestaus verhindern

Sorgen Sie dafür, dass der Sockelbereich zum Beispiel durch ein ausreichend breites Kiesbett gegen Spritzwasser geschützt ist, und achten Sie insbesondere bei Anbauteilen, Gesimsen und Balkonen auf vernünftige Entwässerungsmöglichkeiten. Sämtliche Verblechungen sollten fachgerecht ausgeführt sein.

Vorbeugen durch Reduzierung von Bewuchs

Wohnen Sie in einer Risikogegend (ländliche, landwirtschaftliche Umgebung, Parks etc.) sollten Sie, speziell in schattigen Bereichen, keinen Bewuchs in unmittelbarer Nähe zur Fassade planen. Überlegen Sie genau, in welcher „Ecke“ Ihres Grundstücks Sie Bäume, Sträucher etc. unterbringen möchten. Berücksichtigen Sie die lokalen klimatisch relevanten Faktoren (Himmelrichtung, Windrichtung etc.).

Vorbeugen durch Biozide?

Der Zusatz von bioziden Wirkstoffen in Farben und Putzen sollte nur in absoluten Ausnahmefällen (Gebiete mit besonders ausgeprägtem Bewuchs-risiko) in Erwägung gezogen werden. Grund: Auch wenn die erforderlichen Konzentrationen sehr gering und vom Gesetzgeber streng reglementiert sind, handelt es sich doch um auswaschbare Giftstoffe, mit denen äusserst sparsam umgegangen werden sollte. In ungefährdeten Bereichen sind Biozide nicht zu verantworten.

Vorbeugen durch bauphysikalisch optimale Farbmaterialien

Algen lieben anhaltende Feuchtigkeit. Farben und Putze, die über einen möglichst optimalen Feuchtehaushalt verfügen und so nach Feuchtebelastung möglichst schnell wieder oberflächentrocken sind, sind daher am ehesten geeignet, dem Algenbewuchs „Paroli“ zu bieten.

Farbeigenschaften wie eine

  • geringe Wasseraufnahme,
  • eine extrem hohe Diffusionsfähigkeit für Wasserdampf und
  • ein unquellbares Bindemittel

(auch bei wiederholter Wasserbelastung keine Änderung der Eigenschaften), führen schneller zu trockenen Fassadenoberflächen und beeinträchtigen so deutlich die für Algen notwendigen Lebensbedingungen. Hochwertige Silikat- und Sol-Silikat Farben entsprechen diesen Anforderungen in idealer Weise.

Neueste Forschungsergebnisse belegen inzwischen auch, dass bei Fassadenfarben neben der Dampfdiffusionsfähigkeit und der Wasseraufnahme bzw.– Abweisung als relevante bauphysikalische Kriterien insbesondere die Bindemitteltypologie einen hohen Einfluss auf die Abtrocknungsgeschwindigkeit von Fassaden hat. So zeigen hochwertige Silikat- und Sol-Silikat Farben eine deutlich schnellere Abtrocknung der Fassadenoberfläche als z. B. Siliconharzfarben – und zwar trotz vergleichbarer Werte für Wasseraufnahme und Dampfdiffusion.

Vorbeugen durch bauphysikalisch optimierte WDV Systeme

Die wichtigste Voraussetzung für Algen- und Pilzbefall ist Feuchtigkeit. Dabei beurteilen Fachkreise heute das Phänomen der Betauung, also die tauwasserbedingte Bildung von flüssigem Wasser in Tropfenform an der Fassadenoberfläche viel kritischer als die Feuchtebelastung durch Regen.
Warum? Weil die Zeitperioden, in denen sich aufgrund der Witterungsverhältnisse Tauwasser bilden kann, speziell auf gedämmten Fassaden um ein Vielfaches länger sind als die der Regenperioden. Im Interesse einer optimalen Algenprävention muss die Reduzierung der Betauung von Fassadenoberflächen demnach im Vordergrund stehen. Darüber hinaus gilt es, die Zeiten der Taupunktunterschreitung zu verringern und die Verschmutzung zu reduzieren, um den Mikroorganismen die Wachstumsvoraussetzungen zu entziehen.

Hydroaktiver Systemaufbau setzt neue Massstäbe in der giftfreien Algenprävention

Mit einem mineralisch-dickschichtigen und hydroaktiven Systemaufbau lässt sich die Forderung nach reduzierter Tauwasserbelastung und minimiertem Nährstoffangebot praxisgerecht umsetzen. Das Wirkprinzip der Hydroaktivität beruht dabei auf einer angepassten, genau gesteuerten Wasseraufnahme bzw. Wasserabweisung des mineralischen Systemaufbaus von aussen nach innen. Tropfenbildung von Taufeuchte kann so minimiert werden – und die Oberflächen bleiben länger trocken.

FAZIT:

Algen kann man nicht verhindern. Darum sind vorbeugend alle baulichen Risikofaktoren auszuschliessen; die Wahl der „richtigen“ Beschichtungsmaterialien erhöht die Sicherheit vor Bewuchs, bauphysikalisch optimierte, hydroaktive Systeme verbessern diese Sicherheit zusätzlich. Algenhemmende (biozide) Zusätze in Farben und Putzen sind nur in Ausnahmefällen zu vertreten, da es sich um Zellgifte mit relativ kurzer Wirkungszeit handelt, die Mensch und Umwelt belasten.

Algen und Pilze an Fassaden – Grund zum Reklamieren?

Wer haftet – das ist hier die Frage

Algen und Pilze an Fassaden sind ein naturbedingtes Phänomen. Ihr Bewuchs lässt sich nicht generell ausschliessen – oft nur verzögern. Das Problem ist in den meisten Fällen „nur“ eine optische Beeinträchtigung – die allerdings den Wert einer Immobilie verringern kann. Darum kam es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Bauherren und Verarbeitern. Wer also haftet nun, wenn eine Fassade innerhalb kurzer Zeit von Algen befallen wird?

Eines ist klar: Die Umgebung, in der sich eine Fassade „behaupten“ muss, kann vom Auftragnehmer, dem der Anstrich der Fassade übertragen wird, natürlich nicht verändert werden. Somit liegt im Falle von späterem Algenbewuchs prinzipiell kein Fehler der handwerklichen Werklieferung vor. Davon unabhängig erwarten Sie als Bauherr natürlich ein optisch einwandfreies Anstrichergebnis. Ein verantwortungsbewusster Auftragnehmer muss demnach schon im Vorfeld Aufklärungsarbeit bei Ihnen leisten. Darauf hinzuweisen, dass Risiken bestehen, Algen an die eigene Fassade zu bekommen, und wie diese Risiken minimiert werden können, bedeutet für Sie als Bauherr mehr Klarheit und Sicherheit und beweist Ihnen die Kompetenz Ihres Auftragnehmers – ein gutes Gefühl für die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.

Weniger Ärger durch regelmässige Inspektion

Für Ihre Heizungsanlage ist es selbstverständlich, für Ihre Fassade könnte es ebenso einfach sein: eine alljährliche Begutachtung durch den qualifizierten Maler – den Fachmann, der gefährdete Bereiche bereits im Frühstadium erkennen und mit geringem Aufwand sanieren kann. Dadurch wird eine grossflächige Ausbreitung des Algenbewuchses unterbunden und Sie sparen mittelfristig Geld, weil aufwendige Sanierungsmassnahmen vermieden werden können.

FAZIT:

Algenbewuchs an Fassaden ist kein Fehler der handwerklichen Werklieferung. Ein gewisses Algenrisiko besteht immer, lässt sich aber minimieren. Lassen Sie sich von UNS beraten!

Das Wichtigste im Überblick:

  • Algen kann man nicht verhindern.
  • Algenbewuchs ist kein Fehler der handwerklichen Werklieferung.
  • Algen brauchen Feuchtigkeit.
  • Alles, was Feuchtigkeit an der Fassadenfläche hält, begünstigt Algenwachstum.
  • Das Algenrisiko lässt sich minimieren:
  • durch Ausschluss baulicher Risikofaktoren
  • durch die Wahl des richtigen Beschichtungsmaterials
  • durch hydroaktive Systeme
  • Biozide Zusätze sind giftig und nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt.

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